Bohrarbeiten

Interaktiver Bohrplatz

Entdecken Sie die wichtigsten Teile des Bohrplatzes und der Bohranlage interaktiv. Für eine Detailansicht und weiterführende Informationen einfach auf die Elemente klicken.

Der Bohrplatz - Startpunkt für die geothermische Tiefbohrung

Nachdem im Sommer 2015 Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid den Genehmigungsbescheid für die Aufsuchungsbohrungen und Leistungspumpversuche für das Geothermiekraftwerk östlich von Trebur überreicht hatte, starteten die Arbeiten am Bohrplatz. Als erstes wurden die sogenannten Standrohre errichtet. Die Standrohre dienen als Ansatzpunkte für die späteren Bohrungen und trennen die beiden Tiefbohrlöcher von den oberflächennahen Grundwasserschichten. Die Standrohre wurden mittels zweier Spülbohrungen bis in eine Tiefe von rund 110 Metern hergestellt. Danach wurden die beiden Bohrkeller und das Fundament für die Bohranlage anfertigt. Das Fundament, auf dem eine Spezialfirma die Bohranlage aufstellen wird, ist für eine Traglast von  ca. 1.000 Tonnen ausgelegt. Anschließend wurde das  Becken für die Zwischenspeicherung des Thermalwassers, mit einem Fassungsvermögen von rund  5,6 Millionen Litern, errichtet und die Umfahrung des Bohrplatzes asphaltiert. Parallel wurde das Grundstück mit Strom- und Wasserleitungen erschlossen. Im Dezember 2015 wurde der Bohrplatz fertig gestellt.

Die Bohranlage – Mit modernster Technik in die Tiefe

Die Bohrarbeiten wurden nach europaweiter Ausschreibung an die Firma MND Drilling & Services vergeben. Die Firma MND hat in den vergangenen Jahren mehrere erfolgreiche Tiefbohrungen nach Öl, Gas und Erdwärme in Bayern und Niedersachsen durchgeführt. Für die Tiefbohrungen östlich von Trebur kommt die Bohranlage „Bentec 450“ zum Einsatz.

Hersteller: Bentec GmbH
Baujahr: 2012
Antrieb: elektrisch
Leistung: 758 Kilowatt (kW)
Masthöhe: 43.30 Meter
Hakenlast: 450 Tonnen

Die Bohrarbeiten starteten am 29. März 2016 und erfolgen Abschnittsweise. Die erste Bohrung besteht aus fünf Bohrsektionen. Die erste Sektion führt bis circa 630 Meter, die zweite bis circa 2000 Meter, die Dritte bis circa 2750 Meter und die Vierte bis circa 3350 Meter in den Untergrund. Mit der fünften Bohrsektion wird das Zielgebiet in bis zu 4.000 Meter durchbohrt. Jede Sektion wird einer technischen Überprüfung unterzogen, bevor mit der nächsten Sektion begonnen wird. Während der Bohrung finden kontinuierliche Messungen statt, um auf Störungen umgehend reagieren zu können, dabei wird fortwährend die Qualität der technischen Ausführung überprüft.

Für Sommer 2016 ist der Abschluss der ersten Bohrungen geplant. Sollte man fündig werden, so könnten anschließend die Arbeiten für die zweite Bohrung starten. Der Kraftwerksbau ist für das Jahr 2017 vorgesehen.