01.07.2016 17:11

Änderung des Bohrverlaufs genehmigt

Geothermieprojekt der ÜWGeo: Schrägbohrung soll seltenes Mineral Palygorskit umgehen

Groß-Gerau. Die ÜWGeo GmbH hat beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Änderung des Verlaufs der ersten Bohrung für das geplante Tiefengeothermieprojekt in Trebur beantragt. Grund sind die für eine Geothermietiefenbohrung vorgefundenen nicht optimalen geologischen Verhältnisse im tiefliegenden Bereich des ursprünglich geplanten Thermalwasserhorizontes. Zwar ist die Erkundungsbohrung am Bohrloch in Trebur noch nicht ganz in ihrer geplanten endgültigen Tiefe von gut 4000 Metern angekommen, allerdings ist man in der fünften und letzten Bohrsektion auf ungünstige Gesteinsschichten mit einem seltenen Mineral gestoßen, die weitere Bohrarbeiten an dieser Stelle nach Empfehlung von Experten nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Dabei handelt es sich um das Mineral Palygorskit, auch bekannt unter den Begriffen Bergleder oder Bergfleisch. Dieses Mineral ist sehr selten, weltweit gibt es gerade einmal knapp 300 Fundorte. In Deutschland sogar nur eine Handvoll. Was viele Geologen eigentlich jubeln lassen könnte, zumal das in Trebur gefundene Palygorskit nach ersten Untersuchungen möglicherweise so einzigartig ist, dass es als „Treburit“ in die Fachbücher eingehen könnte, sorgt bei den Planern des Geothermiekraftwerks für Mehrarbeit: Sie haben sich Gedanken gemacht, wie sie diese Mineralschichten umgehen können und ihre Planungen darauf abgestellt.

Deshalb wurde nach Rücksprache mit externen Experten entschieden, die Bohrsektionen vier und fünf wieder mit Zement zu verfüllen und am Ende der dritten Bohrsektion im selben Bohrloch eine seitliche Bohrung anzusetzen. Diese führt dann schräger in die Tiefe als ursprünglich geplant und verläuft etwa 800 Meter Richtung Nordosten. Die Genehmigung dafür hat die ÜWGeo mittlerweile von den Behörden erhalten. Die Bohrungen gehen jetzt weiter. Die ÜWGeo GmbH rechnet damit, dass sich die Dauer der geplanten Erkundungsbohrung damit bis Juli/August verlängert.